Thermondo GmbH

Nominiert in der Kategorie Start-up 2015

Thermondo

In Deutschland gibt es etwa 15 Millionen veraltete Heizungen. Die jährliche Wechselquote liegt jedoch bei nur drei Prozent, was unter anderem auf die Komplexität des traditionellen Vorgangs des Heizungswechsels zurückzuführen ist. Mit Thermondo kommen Hausbesitzer schnell und einfach zu einer modernen und effizienten Heizung.

Anhand von wenigen Datenpunkten zur Immobilie findet ein vom Unternehmen entwickelter Algorithmus passende Heizungsangebote. Der Algorithmus greift dabei auf die von Thermondo geschaffene größte Datenbank für Gas- und Ölheizungen sowie Solarthermie zurück. Auch in Hinblick auf die Baustellenvorbereitung hat das Unternehmen zahlreiche Arbeitsprozesse optimiert und digitalisiert: So werden die Bauvorhaben digital geplant, zudem arbeitet das Unternehmen ohne ein eigenes Lager. Die verbrauchten Materialien werden auf der Baustelle mit der unternehmenseigenen App gescannt und zentral beschafft. Das neue Material wird just-in-time zur Baustelle geliefert. Die Installation der neuen Heizgeräte erfolgt durch lokal ansässige Thermondo-eigene Installateure.

Diese tiefe vertikale Integration sowie der hohe Grad an Digitalisierung sind einzigartig im deutschen Handwerk. Der Kunde bewegt sich zunehmend in den digitalen Medien, doch das Handwerk geht bislang kaum auf diese Bedürfnisse ein. Thermondo holt Interessenten online ab und kommt so den neuen Nutzerbedürfnissen nach. So treibt das Unternehmen die Wärmewende mit seiner fortschrittlichen Technologie und seinen schnellen Prozessen voran. Künftig werden alle Handwerksbetriebe digital sein. Thermondo fängt schon heute damit an.

Video

Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

Wie wichtig und wie skalierbar das Geschäft von Next Kraftwerke ist, zeigt sich an den Umsätzen: Vier Jahre nach der Gründung ist die 100-Millionen-Euro-Marke bei den Erlösen bereits durchbrochen. Zudem ist das Start-up profitabel. 2013 blieb unterm Strich eine Million Euro übrig. 80 Mitarbeiter stehen mittlerweile in Lohn und Brot, die über 2000 Anlagen in Deutschland und Österreich sind zu fünf virtuellen Kraftwerken vernetzt. Kurzum: Es brummt. Natürlich ruft so eine rasante Entwicklung auch Konkurrenz aufs Tapet, rund 30 weitere Händler regenerativer Energien tummeln sich mittlerweile am Regelenergiemarkt. „Aber es nicht leicht, die Technik für ein virtuelles Kraftwerk ans Laufen zu bekommen“, sagt Sämisch. Sein Ziel für 2014: über 170 Millionen Euro Umsatz. Man sei gut auf Kurs, meint der Gründer. 
Next Kraftwerke erhält für verkauften Strom eine Provision. Als Teilnehmer auf dem wichtigen Regelenergiemarkt bekommt das Start-up neben der Marge für tatsächlich verkauften Strom zudem eine Gebühr für die regelmäßig bereitgestellte Strommenge. 
Netzbetreiber brauchen gerade in Zeiten der Energiewende solche Strompaket-Offerten, denn damit können sie auftretende Spannungsprobleme im Netz über Einkäufe ausgleichen. Der Vorteil für die Eigentümer der vernetzten Anlagen ist wiederum, dass sie so meist erst die Chance erhalten, überhaupt am Stromhandel teilzunehmen – und damit zwischen einigen Hundert und mehreren Zehntausend Euro im Jahr verdienen können, ohne das Decken ihres eigenen Strombedarfs zu beeinträchtigen. 
Dank dieser registrierten und prognostizierten Strommenge kann das Start-up Strom nun gebündelt als Pakete an den Märkten anbieten – entweder zur Sofortabnahme („Spot“-Markt der Strombörse) oder einen Tag oder eine Woche vorher (auf „Termin“) am sogenannten Regelenergiemarkt. 
Dafür notwendig ist das Anbringen der „Next-Box“ direkt bei der Anlage. Sie registriert, wie viel Strom vor Ort produziert wird. Die Daten sämtlicher Boxen werden in die Kölner Zentrale des Start-ups weitergeleitet. Dort gleicht eine Software sie mit weiteren Daten ab, beispielsweise mit Wettervoraussagen, um so Prognosen für zukünftige Stromlieferungen abgeben zu können.
Die Technologie von Next Kraftwerke bündelt den erzeugten Strom vieler kleiner Produzenten in einem „virtuellen Kraftwerk“. Durch den Größenvorteil der Bündelung kann das Start-up Strom ähnlich beständig an den Märkten anbieten wie ein traditionelles Kraftwerk. Beständig auch deshalb, weil in dem Netzwerk von Next Kraftwerke nicht nur kleinere Photovoltaik- und Windanlagen vertreten sind, sondern auch viele Biogasanlagen oder Betreiber von Notstromaggregaten, die dauerhaft Strom produzieren. Über 2000 Anlagen hat Next Kraftwerke schon vernetzt.
Wie kann man das deutsche Stromnetz stabil halten? Das wollten Jochen Schwill und Hendrik Sämisch 2009 in ihrer Doktorarbeit herausfinden. Eine zentrale Frage in Zeiten der Energiewende, wenn immer mehr Energie dezentral ins Netz eingespeist wird und aus „unbeständigen“ Quellen wie Wind und Sonne kommt. Mal weht er, mal scheint sie – oder eben nicht. Als Konsequenz fällt es den Netzbetreibern zunehmend schwerer, für ausgeglichene Spannung im Netz zu sorgen, damit Stromausfälle und Kurzschlüsse verhindert werden. Viele sahen die einzige langfristige Lösung dafür in Speichersystemen. Aber Schwill und Sämisch wurde während ihrer Arbeit klar: „Wir brauchen nicht mehr Speicher, wir brauchen mehr Flexibilität.“ Dahingehend, dass Strom im Netz besser verteilt wird. Als die beiden eine Methode erfanden, die genau das ermöglicht, warfen sie ihr Promotionsvorhaben hin und gründeten ein Start-up: Next Kraftwerke.