Sonnenbatterie

Nominiert – Energie-Startup des Jahres 2014

Sonnenbatterie – Sonne auf Vorrat

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Sonnenbatterie produziert und verkauft Stromspeicher für Solarstrom an Haushalte und Gewerbebetriebe. Wer eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach hat, bekommt damit die Möglichkeit, seinen selbst erzeugten Strom besser zu nutzen. Dabei hilft nicht nur die Lithiumeisenphosphat-Batterie, die das Allgäuer Start-up in verschiedenen Größen anbietet, sondern auch die eingebaute Software. Sie koordiniert die Speicheraktivität mit dem Stromverbrauch, bis hin zur Steuerung von Haushaltsgeräten.

Auf die Sonne ist einfach kein Verlass. Braucht man sie, ist sie nicht da – darin sind sich Besitzer von Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) wohl mit Sommerurlaubern einig. Die meisten können mit den Solarpaneelen auf ihrem Dach gerade mal 25 bis 30 Prozent ihres Strombedarfs decken – nur um bei strahlendem Sonnenschein wiederum Strom ins Netz einspeisen zu müssen, der dort häufig nicht benötigt wird. Und das für eine stetig sinkende Einspeisevergütung.
Christoph Ostermann und Torsten Stiefenhofer wollen mit ihrem Start-up Sonnenbatterie dieses Dilemma beenden. Ihr Produkt: ein Speicher für Solarstrom. Keine ganz neue Idee. Zudem eine, von der es oft heißt, sie funktioniere nicht. Weil Bleibatterien eine zu niedrige Lebenserwartung hätten und Lithiumbatterien, wie sie auch Ostermann und Stiefenhofer verwenden, zu teuer seien.
Ihre Batterie aber habe einen entscheidenden Vorteil, sagen die Gründer: Sie ist intelligent. Das Wichtigste daran sei nicht der Speicherplatz, sondern eine Software. Die registriert zum einen, wie viel Strom die Haushaltsgeräte verbrauchen, zum anderen, wie viel Strom die PV-Anlage gerade produziert. Durch den Abgleich dieser Daten mit Wetterprognosen ist sie sogar in der Lage, künftige Produktionsmengen vorherzusagen. Als Ergebnis weiß die Software beispielsweise, dass die Batterie vollständig aufgeladen ist, in wenigen Stunden aber starker Sonnenschein erwartet wird – und stellt darum über Funk die vorbefüllte Waschmaschine an, um Speicherplatz zu schaffen. Alles ganz automatisch. „Das benützen auch Menschen, die keine Affinität zu IT haben“, versichert Ostermann. Eine manuelle Steuerung über PC oder Smartphone ist aber ebenfalls möglich.

Der Erfolg spricht für die Gründer. 3000 Geräte hat das Start-up bereits verkauft, davon allein 1250 im Jahr 2013. Stimmen die Expertenschätzungen, dass in diesem Zeitraum deutschlandweit 5000 Speicher verkauft wurden, wäre das ein Marktanteil von 25 Prozent. Unternehmen wie Vaillant, RWE und Solarwatt vertreiben die Geräte zudem unter eigenem Namen. Inzwischen haben die Gründer einen positiven Cashflow erreicht. Dass sie bei 7,3 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2013 noch 1,6 Millionen Euro Verluste geschrieben haben, liegt an den Kosten für das starke Wachstum – typisch für ein Startup dieser Art.
Die gehen unter anderem in Erweiterungen der Produktpalette. Acht Batterietypen gibt es bereits. Der kleinste für 6000 Euro mit einer Kapazität von 4,5 Kilowattstunden kann bei einem Gewicht von 170 Kilo sogar an Wänden befestigt werden. Das größte Modell für 50.000 Euro mit 60 Kilowattstunden Kapazität wird in vier Schränken geliefert – an Gewerbekunden.
Schon mit dem kleinen Kasten könnten Anlagenbesitzer ihren Eigenbedarf an Strom zu 65 bis 95 Prozent decken, sagt Ostermann. Meist habe sich der Kauf in weniger als zehn Jahren amortisiert. Und falls die Batterie vor Ende der zehn Jahre nicht mehr funktionieren sollte, wird sie von Sonnenbatterie ersetzt. Darauf gibt Sonnenbatterie seinen Kunden eine Garantie. Damit die sich mal auf etwas verlassen können.