Stadtwerke Wolfhagen GmbH

Preisträger in der Kategorie Utilities & Stadtwerke 2015

Stadtwerke Wolfhagen

Wolfhagens konsequenter Weg zur dezentralen und erneuerbaren Energieversorgung. 2008 beschloss Wolfhagen, bis 2015 im Jahr regenerativ vor Ort so viel Strom zu erzeugen, wie in der Stadt verbraucht wird. Ein Auftrag für die Stadtwerke, die im Rahmen einer Gesamtstrategie auf innovative technische und kommunikative Maßnahmen sowie eine weit reichende Einbindung der Bürger setzen:

1. Ein aktiver Bürgerdialog sowie ein einmaliges genossenschaftliches Beteiligungsmodell, das aus Stromkunden Miteigentümer macht. Sie sind direkt an den Stadtwerken und deren Erzeugungsanlagen beteiligt. Heute gehört der BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhagen eG ein Viertel der Stadtwerke Wolfhagen GmbH. 75 Prozent sind weiter im Besitz der Stadt Wolfhagen.
2. Die Errichtung eines Solar- und eines Windparks. Beide erzeugen fast drei Viertel des jährlichen Strombedarfs – rund 38 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Als Stromproduzent, Netzbetreiber und Lieferant ist der Wolfhager Versorger ein integriertes Stadtwerk, das im Gegensatz zu vielen anderen die Teilbereiche der Versorgung integriert betrachten kann.
3. Der integrierte Blick zeigt Wege auf, die Herausforderungen beim Umbau des Energiesystems zu meistern. Die Stadtwerke Wolfhagen arbeiten daran, die Stromnachfrage in den Haushalten weitgehend an die fluktuierende regenerative Erzeugung anzupassen. Mit preislichen Anreizen in einem zeitvariablen Tarifsystem sowie hohem Bedienkomfort der eingesetzten Haushaltsgeräte fördern die Stadtwerke die notwendigen Verhaltensänderungen. Aktuell testen 35 Haushalte dieses „Demand Side Management“.

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Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

Für die Treffen mit den Kollegen anderer Stadtwerke, die am dena-Projekt beteiligt sind, fährt Eckardt schon jetzt regelmäßig nach Bamberg. Oft mit einem motorradähnlichen neuen E-Bike. Zwei davon hat das Stadtwerk für 20.000 Euro angeschafft, damit die Rödentaler sie zu Testzwecken kostenlos ausleihen können. Als dessen Chef sei er auch „oberster Werbeträger“, meint Eckardt und will mit gutem Beispiel vorangehen. Mit Dienst-BMW könnte er die Strecke doppelt so schnell zurücklegen. Aber einfach kann ja jeder. 
Damit auch die Bürger sich über solche Vorteile informieren können, finden regelmäßig Führungen im Werk statt, die Eckardt manchmal persönlich leitet. Aber nicht nur die Rödentaler Bevölkerung interessiert sich für die neue Anlage, sondern auch die Deutsche Energie-Agentur (dena). Sie will bis Ende 2014 entscheiden, ob die Kläranlage Bestandteil eines „Smart Grids“ werden könne, das die Stabilität des bayerischen Strom-netzes stärken soll. Konkret hieße dies, dass die Mikrogasturbinen des Stadtwerks ausschalten, wenn viel Solar- und Windstrom aus dem Netz zur Verfügung steht und im Gegenzug einschalten und Strom ins Netz einspeisen, wenn die Sonne nicht scheint und wenig Wind weht.
Die teuerste Investition aber war eine gigantische Fruchtpresse. 850.000 Euro kostete die Anlage, die Eckardt aus der Schweiz importierte. Der Gedanke dahinter: Wenn so eine Anlage aus Äpfeln Saft herauspressen kann, müsste sie doch auch Wasser aus feuchtem Klärschlamm herausbekommen können. Den lieferte das Stadtwerk bislang an ein Heizwerk, das sich das aufwendige Verbrennen gut bezahlen lässt. Der Schlamm, der nun nach dem Pressvorgang im drei Kubikmeter großen Stahlzylinder der neuen Anlage übrig bleibt, besitzt jedoch nur noch einen Wasseranteil von 69 Prozent. Und nach einem weiteren Durchlauf im ebenfalls neuen Solartrockner hat er sich in eine trockene Substanz verwandelt, die nur noch zu 25 Prozent aus Wasser besteht und sich deutlich besser verbrennen lässt. Entsprechend brauchten die Rödentaler bereits im ersten Betriebsjahr 85.000 Euro weniger an das Heizwerk zu bezahlen. Eckardt will das Verfahren so perfektionieren, dass der Brennwert des Schlamms dem von Braunkohle entspricht. Dann wäre dieser eine begehrte Ware, und aus dem Kunden Stadtwerk würde ein Verkäufer Stadtwerk.
Das neue Werk ist nun schon von Weitem an seinem Gasbehälter zu erkennen, der bis zu 5000 Kubikmeter Faulgas speichern kann, das vom Klärschlamm abgesondert wird. Dieses Volumen machte es in Kombination mit zwei ebenfalls neu angeschafften Mikrogasturbinen möglich, die Gase besser zu verwerten. Statt diese direkt zu verbrennen und in Wärme umzuwandeln, kann das Stadtwerk das Gas nun speichern und damit Strom erzeugen. Das Ergebnis: 2013, im ersten vollen Betriebsjahr der Kläranlage, produzierten die Turbinen 147.000 Kilowattstunden Strom und deckten damit ein Fünftel des Eigenbedarfs ab. Für das Stadtwerk bedeutet dies 44.000 Euro niedrigere Stromkosten, für die Umwelt eine CO2-Entlastung von jährlich 91 Tonnen.
Michael Eckardt hätte es sich leicht machen können. Als der Chef der Rödentaler Stadt-werke 2006 entscheiden musste, wie er die veraltete Kläranlage seiner Gemeinde erset-zen will, hätte er einfach eine neue gleicher Bauart bestellen können. Schon die hätte 6,5 Millionen Euro gekostet – viel Geld für das Stadtwerk der 14.000-Einwohner-Gemeinde nahe Coburg. Schließlich beträgt der gesamte Jahresumsatz gerade mal 17 Millionen Euro. Aber Eckardt entschied sich für einen anderen Weg und legte noch einmal 1,7 Millionen Euro drauf – für ein völlig neues Konzept, das sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich rechnen soll.

Netze BW GmbH

Nominiert in der Kategorie Utilities & Stadtwerke 2015

Netze BW

In Niederstetten im Nordosten von Baden-Württemberg trifft eine hohe volatile Einspeisung aus dezentralen Quellen wie Wind und Photovoltaik in einigen Teilen des Mittelspannungsnetzes auf einen hohen Energiebezug aus benachbarten Industriegebieten. Daraus ergeben sich insbesondere in Bezug auf die Spannungshaltung zunehmende Herausforderungen für die Netzplanung.

Im Pilotprojekt „NETZlabor Niederstetten“ sollen diese nach dem Motto „Köpfchen statt Kupfer“ gelöst werden. Durch dezentrale Technologien zur Spannungsregelung und Netzautomatisierung wird die bestehende Netzinfrastruktur optimal ausgenutzt, große Baustellen für Netzverstärkungsmaßnahmen können somit vermieden werden.
Netze BW setzt dabei auf bewährte und weiterentwickelte Automatisierungslösungen des Projektpartners Siemens.

Ein dezentraler Netzcontroller übernimmt die Überwachung und Steuerung von neun fernwirktechnisch erschlossenen Schwerpunktstationen im insgesamt 84 Ortsnetzstationen umfassenden Mittelspannungsnetz auf der Gemarkung Niederstetten. Gleichzeitig wird mit diesem Controller auch die Weitbereichsregelung von zwei in Deutschland erstmals eingesetzten Mittelspannungsstrangreglern aus dem Hause Siemens realisiert.

Dieses Gesamtsystem, welches aktuell aufgebaut und im Herbst 2015 in Betrieb genommen wird, ermöglicht es, die Energiewende im Verteilnetz effizient voranzutreiben. Es macht die Lastflüsse im Mittelspannungsnetz sichtbar, regelt das Spannungsniveau zur Einhaltung der gültigen Normen und ermöglicht es, Störungen noch schneller zu erkennen und vollautomatisch einzugrenzen.

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Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

Die Ergebnisse aus Wildpoldsried waren überraschend: Es zeigte sich, dass das Strom-netz wesentlich größere Reserven besitzt als gedacht. Darum wird es nicht nur bald das weiterführende Projekt „Irene 2“ geben. Es stellte sich nämlich heraus, dass viele andere Netzbetreiber aus den Ergebnissen des ersten Projekts lernen wollten. So viele, dass die AÜW die Tochtergesellschaft Egrid gründeten, die die Betreiber nun bei ihren Projekten berät. Schließlich kann Rat von außen nie schaden. 
Zum anderen ließ er forschen. Das Dorf Wildpoldsried wurde zum Probanden für das Pilotprojekt „Irene“. Die 2500-Seelen-Gemeinde gilt als Deutschlands „Energiedorf“, weil sie mehr als das Fünffache ihres Eigenbedarfs an Strom mit regenerativen Energien erzeugt. Drei Jahre lang simulierten die AÜW in Wildpoldsried, welche Anforderungen auf das Management des Verteilernetzes zukommen, wenn die zwei Ziele der Bundesregierung für 2020 landesweit erreicht werden. Eins davon lautet: 35 Prozent des Stroms sollen aus erneuerbaren Energiequellen stammen. Weil als zweites Ziel im Jahr 2020 auf Deutschlands Straßen eine Million Elektroautos fahren sollen, stellten die AÜW darüber hinaus 50 Einwohnern Elektroautos zur Verfügung. Bei der Durchführung des Drei-Millionen-Euro-Projekts wurden die AÜW vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.
Eine entscheidende Frage jedoch war: Sind die Überlandleitungen der steigenden Ein-speisung dezentraler Energieerzeuger überhaupt gewachsen? Darum beschritt Lucke gleichzeitig zwei Wege. Zum einen werden die AÜW bis 2022 insgesamt 28 Millionen Euro in ihr Netz investieren, die Hälfte des Ausbaus ist bereits abgeschlossen.
Gleichzeitig entstanden für 120 Millionen Euro acht Solarparks mit einer Kapazität von rund 21 Megawatt. Darüber hinaus laufen Planungen für Pumpkraftwerke. Insgesamt haben die AÜW bereits mehr als 100 Millionen Euro in die Eigenerzeugung investiert. Das hat sich ausgezahlt: In Luckes Amtszeit verdoppelte sich der Umsatz der AÜW von 110 auf 220 Millionen Euro.
Ein Schwerpunkt war der Ausbau der Wasserkraft. Lucke investierte 55 Millionen Euro, mit denen er nicht nur zwei neue Werke plante, die derzeit gebaut werden, sondern auch bestehende Anlagen erneuerte. Etwas völlig Neues probieren die AÜW an einer Wehranlage eines ihrer Wasserwerke: Dort soll eine ins Wasser gelassene Miniturbine Strom produzieren. Sollte der Versuch erfolgreich sein, wäre das der Startschuss, die insgesamt 750 Wehranlagen im Allgäu zu Stromerzeugern auszubauen. Lag die Wasserkraftquote der AÜW bei Luckes Amtsantritt noch bei zehn Prozent, war sie 2013 bereits auf 16 Prozent gestiegen, 2014 soll sie die 20-Prozent-Marke überschreiten – eine Verdoppelung gegenüber 2004.
2004 wurde Lucke hier Chef. Zuvor hatte er als Unternehmensberater gearbeitet, und jetzt wandte er im neuen Job an, was er dort als Erfolgsrezept kennengelernt hatte. Erstens: strategische Fragen stellen. Konkret: „Wie wird die Energiebranche in zehn Jahren aussehen?“ Zweitens: externen Rat einholen. 2006 beauftragte Lucke darum Berater des Fraunhofer-Instituts, das Potenzial der AÜW auszuloten. Die zwei wichtigsten Ratschläge lauteten: einen radikalen Ausbau der Eigenerzeugung und den Ausbau des Stromnetzes.
Manchmal leidet Michael Lucke unter seiner eigenen Umtriebigkeit. Trotz der Hitze des Sommers 2014 arbeitete er oft bei geschlossenem Fenster, weil er sonst wegen des Bau-lärms draußen sein eigenes Wort nicht mehr verstanden hätte. Für den Lärm ist er selbst verantwortlich: Seit einigen Monaten lässt er in der Innenstadt von Kempten ein neues Laufwasserkraftwerk bauen, direkt um die Ecke von seinem Arbeitsplatz, den Allgäuer Überlandwerken (AÜW).

Grundgrün Energie GmbH

Nominiert in der Kategorie Utilities & Stadtwerke 2015

Grundgrün Energie

Mit „Grundgrüner Strom Index Spot“ bietet Grundgrün leistungsgemessenen Kunden ein intelligentes Ökostromprodukt, mit dem Stromkosten durch Flexibilisierung des Verbrauchs gesenkt können.

Der Strompreis des Kunden ist an den Börsenpreis gekoppelt. Das plattformbasierte, digitale Produkt multipliziert den viertelstündlich registrierten Verbrauch des Kunden mit dem jeweiligen Stundenpreis der Day-Ahead-Auktion der EPEX. Das täglich aktualisierte, automatisiert verschickte Prognosetool informiert den Stromkunden über die Börsenstrompreise des Folgetages. Auch kleine und mittlere Unternehmen können so einfach aktives Lastmanagement betreiben: Produktionsprozesse werden, wo möglich, in die Zeiten mit günstigen oder gar negativen Strompreisen geschoben.

So fördert „Grundgrüner Strom Index Spot“ die wirtschaftlich sinnvolle Interaktion zwischen dezentraler Erzeugung mit hohem Dargebot und flexiblen Verbrauchern durch einen starken wirtschaftlichen Anreiz.

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Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

In den Projekten will HSE aber nicht nur erfahren, wie sich neue Energien auf das Stromnetz auswirken, sondern auch, ob sich das Verhalten der Kunden ändert. Bei „Web2Energy“ wurden darum in 200 Testhaushalten Smart Meter mit Ampelsignalen eingerichtet. „Grün“ bedeutete, dass Strom gerade billig und es somit ein guter Zeitpunkt ist, energieintensive Haushaltsgeräte einzuschalten. Das Resultat der Ampeltests: Die Testfamilien passten ihr Verhalten so an, dass sie ihren Stromverbrauch im Schnitt um zehn bis 20 Prozent senken konnten. Eine Testfamilie brachte es sogar auf 40 Prozent. Ergebnisse, die zeigen: Man ist auf dem richtigen Weg. 
Und die Darmstädter forschen. In dem dreijährigen Projekt „Web2Energy“ schalteten HSE und Partnerunternehmen in einer Testregion erneuerbare Energiequellen mit Speichern und Abnehmern zu einem „virtuellen Kraftwerk“ zusammen. Beim Folgeprojekt „Well2Wheel“, das im Frühjahr 2013 startete, wurden zusätzlich Elektrofahrzeuge als mobile Stromspeicher in dieses virtuelle Kraftwerk einbezogen. 
Aber der Darmstädter Weg steht auch für neue Produkte samt dazugehörigen Dienstleistern. So hat sich die Stromvertriebstochter En-tega mit knapp 400.000 Abnehmern von „grünem Strom“ als zweitgrößter Ökostrom-Anbieter Deutschlands etabliert. Die HSE-Tochter Medianet bietet mit einem eigenen Glasfaser- und Kupferkabelnetz ein Leistungsspektrum vom Internetservice über Sprachdienste bis hin zu Rechenzentrumsdienstleistungen an. Und die Tochter NATURpur Energie hat in den vergangenen Jahren 130 Photovoltaik-Anlagen auf hessischen Dächern aufgebaut.
Dieser Weg zeichnet sich zum einen durch Masse aus: Seit 2008 investierte HSE 850 Millionen Euro in erneuerbare Energieprojekte. Damit lag die Investitionsquote bei bis zu zehn Prozent des Umsatzes. Inzwischen besitzt das Unternehmen 14 Windparks – ganz als mobile Speicher oder zum Teil, darunter einen in Polen und sechs in Frankreich mit einer Gesamtleistung von 240 Megawatt. Weitere 36,5 Megawatt Nennleistung produzieren vier Solarparks sowie 128 Solaranlagen. 40 bis 50 Millionen Euro investiert HSE jährlich in Ausbau und Instandhaltung seiner 10.000 Kilometer Strom- und 2700 Kilometer Erdgasleitungen, schon heute wird dort Strom von 15 Windkraftanlagen und knapp 9000 Photovoltaik-Anlagen eingespeist. Und: Die durchschnittliche Ausfallzeit pro Jahr liegt mit elf Minuten deutlich niedriger als der Bundesschnitt von 15,3 Minuten.
Es waren große Worte, die HSE im Jahr 2003 verkündete. „Vorbild und Vorreiter für Deutschland“ wollte das neue Stadtwerk in Darm-stadt sein, das gerade aus einer Fusion des städtischen Stromversorgers HEAG und der südhessischen Gas- und Wasserversorgung entstanden war. Aber es blieb nicht bei Worten. Die Konsequenz, mit der HSE regenerative Energiequellen aufbaut und vermarktet, ist so eindrucksvoll, dass sich in der Branche dafür sogar eine eigene Bezeichnung durchgesetzt hat: „Der Darmstädter Weg“.

Wiener Stadtwerke Holding AG

Nominiert in der Kategorie Mobilität 2015

Wiener Stadtwerke Holding

Im Forschungsprojekt „smile“ wurde der Prototyp einer intermodalen Mobilitätsplattform entwickelt und getestet, welcher Information, Buchung, Bezahlung und Nutzung („Smart Mobility Platform“) verschiedenster Verkehrsmittel mittels Smartphone-App möglich macht. Wesentliche Elemente der neuen Mobilitätsplattform sind offene, einheitliche Schnittstellen. So konnten sich Mobilitätsdienstleister aller Art an die Plattform anbinden und das gesamte Potential an Mobilitätsdienstleistung kann zukünftig ausgeschöpft werden. Diese Interoperabilität war die Basis für ein breites, vielfältiges Angebot für die Nutzer/-innen.

Schon in der Pilotphase waren viele Mobilitätspartner mit dabei: Öffis, (e)Carsharing, (e)Bike-Verleih, Taxis, Parkgaragen, e-Ladestellen. Die Bedürfnisse und Anforderungen der Nutzer/-Innen standen von Anfang an im Zentrum des Forschungsprojektes „smile“ und bildeten das Fundament für die Usability, ein einheitliches Servicedesign und ein intelligentes Kunden-/ Kundeninneninformationssystem.
 
Ob U-Bahn oder Zug, Fahrrad oder Elektroauto, Taxi oder eBike: Je nach Reisezweck, Bedarf, persönlichen Vorlieben oder der aktuellen Situation wird das passende Verkehrsmittel gewählt und dieses ebenso vielfältig und sinnvoll kombiniert. „smile“ verbesserte damit die Darstellung für die Reise- und Routenplanung, sowie die Buchung und vereinfachte außerdem die Nutzung von alternativen Verkehrsmitteln und Elektrofahrzeugen.

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Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

Raffeiners Investoren, darunter die Beteiligungsfirma Zouk Capital und Branchenveteranen wie Ex-BMW-Vorstand und Tata-CEO Carl-Peter Forster, sind davon überzeugt, dass das Modell funktioniert. Sie investierten fünf Millionen Euro in die Entwicklungsphase, die von 2011 bis zum Markteintritt 2014 dauerte. Weitere Millioneninvestitionen sind bereits sichergestellt. In 2018 will Raffeiner den Break-even mit seinem Geschäftsmodell erzielen. Sogar einen eigenen Begriff hat er dafür kreiert: Internet of storage. Eine neue Welt eben.
Das Produkt sind günstige Strompakete für die Fahrer, sogenannte Energy Packets. Raffeiner hat gute Argumente dafür, warum die Energieversorger und Netzbetreiber ihm solche Konditionen einräumen sollten. Denn die Autos können nicht jederzeit Strom laden. Sie dienen vielmehr als eine Art rollender Speicher. Der Strom fließt nur, wenn die Netze überlastet sind, weil durch hohe Wind- und Sonnenstromproduktion zu viel Energie eingespeist wird. Damit das funktioniert, bestimmen die Autofahrer zuvor, zu welchem Zeitpunkt sie wie viel Energie benötigen. Langfristig soll das Modell auch umgekehrt funktionieren: Dann würde die Autobatterie Strom ins Netz zurückspeisen, wenn dort gerade Knappheit herrscht. Natürlich nur, wenn das Fahrzeug ohnehin länger unbenutzt an der Steckdose hängt.
Für Tesla kümmert sich das deutsch-schweizerisch-österreichische Start-up zudem um das Netz von Schnellladestationen, das der kalifornische Hersteller für seine Kunden in Europa aufbauen will. Doch für Raffeiner ist das nur der Anfang. Bis 2020 will er europaweit 480.000 Kunden haben. Wiederum durch eine Vermittlungsdienstleistung. Diesmal sollen auf der einen Seite Fahrer von E-Autos stehen und auf der anderen Netzbetreiber sowie Energieproduzenten.
Seit 2009 ist Raffeiner Chef seines eigenen Unternehmens: The Mobility House. Das Geschäftsmodell des Start-ups, das er gemeinsam mit dem Energieversorger Salzburg AG und Risikokapitalgebern gründete, ist wenig überraschend: Vermitteln zwischen den Welten des Autos und der Energie. Konkret heißt das bislang, dass sein Unternehmen im Auftrag bekannter Autobauer wie BMW, Nissan oder Smart den Käufern von Elektroautos die passende Heimladestation in ihrem Haus oder ihrer Garage installiert. Mit 12 Automobilherstellern konnte das Unternehmen bisher solche Installationsvertriebsverträge für insgesamt 19 europäische Länder unterzeichnen. Oft wissen die Kunden gar nicht, dass der Service von außen kommt. Die Leute von The Mobility House agieren in der Regel im Namen von BMW und Co.
Was Thomas Raffeiner für seinen Job qualifiziert, kann man an seinem Auto erkennen. Raffeiner fährt einen Tesla Roadster. Einen Wagen, der zwei Welten in sich vereint: die des Autos – und die der Energiewirtschaft, denn der Tesla wird mit Strom angetrieben. Auch Raffeiner vereint diese beiden Welten in sich: Autonarr von Kindesbeinen an, Elektroingenieur, später bei der Unternehmensberatung Accenture zuständig für die Energieversorger, zuletzt versuchte er als Angestellter von Siemens, den Konzern dafür zu gewinnen, in das Geschäft mit der E-Mobilität einzusteigen.

TERBERG Nordlift GmbH

Nominiert in der Kategorie Mobilität

TERBERG Nordlift

Mit dem Projekt YT202-EV hat das Haus Terberg bewiesen, dass ein auf die Herstellung von Sonderfahrzeugen spezialisiertes Familienunternehmen in der Lage ist, innovative Lösungen zu entwickeln und in Serie zu produzieren.
Bei der Auswahl von Komponenten und Zulieferern wurde auf höchste Funktionssicherheit, Servicebereitschaft und sichere Ersatzteilversorgung Wert gelegt.

Die Baugruppen sind konstruktiv aus bewährten Baugruppen abgeleitet und können in die vorhandenen Fertigungsprozesse integriert werden. Dadurch wurde ein optimales Qualitäts- und Produktivitätsniveau gewährleistet. Die Markteinführung des YT202-EV ist mit einer intensiven Beratung und Anpassung der kundenseitigen Infrastruktur verbunden. Das heißt die Ladezeiten sind in die Schicht- und Arbeitspläne zu integrieren. Zusätzlich ist vom Energieversorger aus eine ausreichend starke Stromversorgung (380 Volt / 64 beziehungsweise 125 Ampere) sicherzustellen.

Mithilfe modernster Batterietechnik kann die Ladezeit auf ein Minimum, das heißt circa zwei Stunden, reduziert werden. Die technische Möglichkeit, Zwischenladungen ohne Batterie-Lebensdauerverluste durchzuführen, führt zu einer höchstmöglichen Einsatzfähigkeit und Wirtschaftlichkeit.
Terberg-Nordlift unterstützt Kunden und beteiligte Projektpartner bei der Konzeptionierung, das heißt Vermittlung der technischen Grundlagen, funktionelle Zusatzausstattungen, Auslegung und Platzierung der Ladetechnik sowie Fahrer- und Werkstattschulungen. Die eigenen technischen Mitarbeiter werden zusätzlich qualifiziert (Hochvolt-Schulung), um beim Kunden Servicearbeiten durchzuführen und diese Kenntnisse an Mitarbeiter in den Kundenwerkstätten weiterzugeben.

Das elektrische Antriebssystem erfordert leistungsfähige Batteriesysteme und die Anpassung der Arbeitsprozesse an die speziellen Fahr- und Ladungszyklen. Schwerpunkt der Projektarbeit ist die Ermittlung realisierbarer Reichweiten, die Integration der erforderlichen Ladezyklen in die Prozessplanung sowie Beratung für die Herstellung der Infrastruktur.
Neben Angebotserstellung sowie der Kalkulation von Betriebs- und Servicekosten bietet Terberg auch Finanzierungs-, Miet- und Full-Servicelösungen.

Neben dem Terminalverkehr werden zunehmend Projekte für den emissionsfreien und geräuscharmen Shuttleverkehr betreut. Im Hintergrund stehen Kommunen, die um eine Reduzierung der Feinstaubbelastung in den Innenstädten bemüht sind oder auch Transportaufkommen im Umfeld von Wohngebieten. Die Akzeptanz der Anwohner kann durch den Einsatz von Elektrofahrzeugen deutlich erhöht werden.
In Zusammenarbeit mit Kunden, Hochschulen und beteiligten Projektpartner werden öffentliche Förderungsmöglichkeiten ermittelt sowie gemeinsame Marketingmaßnahmen festgelegt.

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Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

Das würde ihm einen Ladenpreis ermöglichen, der noch unter 4000 Euro pro Stück läge. Zum Vergleich: Segway bot seinen Zweiradroller im Sommer 2014 in einer Rabattaktion für 6000 Euro an. Auch darum ist sich Constin sicher: Sein Kicktrike wird ziemlich abge-hen.
Mit zwei Auftragsproduzenten in Polen und Ungarn hat Constin bereits die Kosten einer Serienfertigung durchgerechnet: Ab 1000 Stück würde sich die Produktion lohnen – bei einer Investition von 1200 Euro pro Kicktrike. Zuvor braucht Constin jedoch frisches Kapi-tal. 500.000 Euro hat er selbst bereits in die Entwicklung des Prototyps gesteckt, weitere 300.000 Euro kamen von zwei Privatinvestoren. Bis zum Marktstart bräuchte Constin noch drei Millionen Euro, eine für die Produktion und zwei Millionen für den Aufbau der Vermarktung.
Sicherheitshalber rüstete Constin sein Trike mit einem anschraubbaren Sitz aus, der ei-nem Fahrradsattel ähnelt. Tatsächlich hat der Erfinder inzwischen bereits ein positives TÜV-Gutachten, das lediglich minimale Nachbesserungen fordert. „Die können wir sehr schnell umsetzen“, sagt er, „dann würden wir innerhalb weniger Wochen eine Zulassung bekommen können.“
Angesichts der zwitterhaften Erscheinung des Stehdreirads schien eine Straßenzulassung anfangs die größte Hürde darzustellen. Aber das Kicktrike profitierte davon, dass sich bereits der US-Hersteller Segway vor gut zehn Jahren um eine Zulassung für sein gleichnamiges Stehzweirad bemühte, das ebenfalls mit Strom angetrieben wird. Seit 2009 ist das Gefährt in der Kategorie „selbstbalancierendes Fahrzeug“ zugelassen.
Die Hoffnung ist nicht unbegründet. Denn Constin ist nicht nur ein cleverer Erfinder, sondern auch ein erfahrener Kaufmann. Sein Berliner Unternehmen entwickelt Designs und Kunststoff-Formteile für die Industrie, beispielsweise Telefonanlagen und Router-Boxen. Und auch das Kicktrike ist nicht als Liebhaberei gedacht, sondern soll ein Massenprodukt werden. 2007 begann Constin mit den Arbeiten am Kicktrike, 2012 konnte er auf der Hannover Messe einen ersten Prototypen präsentieren. Jetzt steht das Gefährt unmittelbar vor der Serienreife, so Constin, 2015 will er mit der Produktion beginnen.
Stimmt, das tut es. Bis zu 45 Stundenkilometer schnell wird sein Kicktrike, ein stromgetrie-benes, zusammenklappbares Dreirad, das es um jede Kurve und dank einer Breite von lediglich 60 Zentimetern durch jede enge Gasse schafft. Neben dem Fahrer, der das Kicktrike im Stehen lenkt, kann das Gefährt auch Lasten transportieren: Sechs Getränkekisten passen auf die ausklappbare Ladefläche. Über der Vorderachse steckt eine weitere Entwicklung Constins: der Steck-Akku GreenPack, der innerhalb von 20 Sekunden ausgewechselt und an jede Steckdose angeschlossen werden kann. Je nach Batterietyp fährt das Kicktrike bis zu 50 Kilometer weit, die naheliegenden Anwendungen benötigen ohnehin geringere Reichweiten. Der Familienvater auf Wochenendeinkauf, die Mutter, die ihre Kleinen zur Kita bringt, der bewegungseingeschränkte Mensch, der Briefträger, der Lieferfahrer – ginge es nach Constin, nutzten sie alle bald Kicktrikes.
Wie viele Menschen sein Kicktrike bereits Probe gefahren sind, weiß Hans Peter Constin nicht mehr. Aber seine Freude am Ende der Testfahrten ist noch immer genauso groß wie beim ersten Mal. „Na?“, fragt er den Probanden breit grinsend. „Das geht doch ziemlich ab, oder?“

Kreisel Electric GmbH

Preisträger in der Kategorie Mobilität 2015

Kreisel Electric

Unsere optimierte Serienfertigung (15 Sekunden pro Kilowattstunden) ermöglicht uns eine kosteneffiziente Herstellung. Zudem erlaubt unser Verbindungsverfahren eine Schnellladung bis zu 100 Prozent im Gegensatz zu herkömmlichen 80 Prozent. Außerdem können wir, je nach Projekt, unterschiedliche Hersteller der Zellen und chemische Zusammensetzung sowie die Größe des Moduls wählen, ohne den Produktionsprozess umzustellen.

Durch die steckbaren Module sind wir in der Auslegung sehr flexibel. Unsere Batterietechnologie ermöglicht uns somit Elektrofahrzeuge wirtschaftlich und umweltfreundlich herzustellen und zu betreiben. Deshalb haben wir speziell für Logistikdienstleister, Taxiunternehmer et cetera einen elektrischen Caddy mit bis zu 350 Kilometer und einen Sprinter mit bis zu 300 Kilometer Reichweite entwickelt. Die beiden Fahrzeuge produzieren wir eigenständig in einer Kleinserie von jeweils 500 Stück pro Jahr.

Ein weiterer großer Vorteil unserer Technologie ist, dass wir alle Fahrzeuge mit einem bidirektionalen Ladegerät ausstatten, somit können die Fahrzeuge als stationärer Energiespeicher verwendet werden. Neben Fahrzeugen wird unsere Batterietechnologie in Flugzeugen, Booten, Motorräder, Bikes, Traktoren et cetera eingesetzt. Eine spezielle Anwendung ist eine nachrüstbare Hydraulikbatterie für Müllfahrzeuge, mit der sämtliche Nebenaggregate angetrieben werden. Dies führt zu einer Dieselersparnis von bis zu 20 Liter pro Stunde und zu erheblich weniger Umwelt- und Lärmbelastung. Unsere Batterie ist bereits in über 100 Projekten eingesetzt und getestet worden. Ebenso haben wir alle erforderlichen Zertifizierungen erfolgreich bestanden.

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Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

So oder so: Wenn sich das Ladekabel von ubitricity durchsetzt, stehen die dicken Ladesäulen vom Euref-Campus vielleicht tatsächlich bald im Museum.
Noch größeres Potenzial sehen die Gründer bei anderen Nutzern. Arbeitgeber etwa könnten Ladestationen für ihre Mitarbeiter einrichten, Parkhäuser und Einkaufszentren auf dieselbe Weise ihren Kunden zusätzlichen Service anbieten. Laut den Berechnungen von ubitricity müssten die Betreiber dafür meist nicht mehr als 100 Euro investieren.
Seit 2008 arbeiten die Gründer an ihrem Produkt, inzwischen ist die patentierte Technik so ausgereift, dass ubitricity den Anbietern zuverlässige Abrechnungen garantieren kann. An zwei Punkten in der Berliner Innenstadt hat das Start-up darüber hinaus demonstriert, dass sich dank seines intelligenten Kabels sogar mit Steckdosen ausgerüstete Straßenlaternen als E-Tankstellen eignen. In großen Stückzahlen lägen die Kosten für die Umrüstung bei gerade einmal 400 Euro pro Laterne. Würden sich mehrere Städte diese Investition leisten, könnte das der Durchbruch für den Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur sein.
Statt mehrere Tausend Euro pro Stück in Säulen zu investieren, die mit Abrechnungs- und Zugangstechnik vollgestopft sind, könnten die Betreiber für maximal ein paar Hundert Euro herkömmliche Stromanschlüsse umrüsten. So könnte das Erreichen des von der Bundesregierung ausgegebenen Ziels von einer Million E-Autos bis 2020 wieder in realistische Nähe rücken.
Ein Start-up, das ebenfalls auf dem Euref-Campus sitzt, will diesen Teufelskreis durchbrechen. Die Gründer Knut Hechtfischer und Frank Pawlitschek wollen die Abrechnungs- und Zugangstechnik aus der Ladestation herausnehmen und ins Auto verlagern. Dafür haben die beiden studierten Juristen ein „intelligentes Ladekabel“ entwickelt, das die Fahrer mitnehmen können. An dem Kabel ist ein kleiner Kasten mit einem Display befestigt. Dieses Gerät kann nicht nur vor dem Ladevorgang die Freigabe aktivieren, sondern darüber hinaus dem Säulenbetreiber die Ladezeit und die geladene Menge übermitteln.
Kein Wunder, dass die Säulenbetreiber beklagen, ihre Anlagen seien nicht ausgelastet, und zögern, weitere zu bauen. Erste Unternehmen wie Siemens ziehen sich darum aus dem Geschäft zurück, bevor es richtig begonnen hat. Andere wie RWE habe ihre ambitionierten Pläne deutlich reduziert. Dabei ist es genau die mangelnde Infrastruktur, die viele Interessierte vom Kauf eines E-Autos abhält. Ein Teufelskreis.
Ob RWE, Deutsche Bahn oder Vattenfall: Jedes Unternehmen hat eigene Säulen aufge-stellt. Was die Sache aber richtig kompliziert macht, ist, dass jede davon mit einem anderen Abrechnungssystem arbeitet. Mal braucht es eine Magnetkarte, mal einen RFID-Chip und fast immer einen Vertrag mit dem Ladesäulen-Betreiber oder einem seiner Partner.
Selten wirkte etwas Neues so schnell so alt. 2011 erst wurden die ersten Ladesäulen für Elektroautos auf dem Berliner Euref-Campus installiert, einem Cluster der Energiewende. Aber schon jetzt kursiert dort der Spitzname „Ladesäulen-Museum“.

tado° GmbH

Preisträger in der Kategorie Smart Home 2015

tado°

Wir glauben, dass man komfortabel leben und trotzdem verantwortungsvoll handeln kann: Zum Beispiel wenn man die Heizung nicht voll weiter laufen lässt, während man außer Haus ist. Weltweit wird ein Drittel des Energieverbrauchs zum Heizen und Kühlen von Gebäuden verwendet, gesteuert von veralteter Technik. Wir glauben deshalb an moderne, intelligente Technologie, die dafür sorgt, dass keine Energie unnötig verschwendet wird.

Deshalb haben wir das smarte tado° Thermostat entwickelt. Mithilfe einer App erkennt tado°, wenn der Letzte das Haus verlässt und regelt die Heizung automatisch herunter. Sobald sich der erste Bewohner auf den Heimweg macht, heizt tado° wieder auf, sodass es schön warm und komfortabel ist, wenn er Zuhause ankommt. Zudem werden Wettervorhersagedaten und individuelle Gebäudeeigenschaften berücksichtigt. Wenn der Wetterbericht Sonne verspricht, regelt tado° die Heizung bereits frühzeitig herunter und lässt die Sonne die Wohnung erwärmen. Das spart Energie und verhindert ein Überhitzen. Da kein Gebäude dem anderen gleicht, lernt tado° schnell auf spezielle Eigenschaften des Zuhauses, die zum Beispiel durch die Wärmedämmung und die Fensterfläche bestimmt werden, zu reagieren.
So kann die gewünschte Temperatur noch effizienter erreicht werden.
Mit der tado° App auf dem Smartphone oder am PC behält der Nutzer jederzeit und an jedem Ort den Überblick, wie tado° für ihn arbeitet und wie der Energieverbrauch optimiert wird.
Durch die völlig automatische Regelung erleichtert tado° nicht nur den Alltag, sondern sorgt zudem für mehr Wohnkomfort und spart bis zu 31 Prozent Energie.

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Rund 350.000 Euro kosteten Planung und Umbau. Dafür verbraucht das Haus, in dem in den 40 Jahren zuvor rund 210.000 Liter Erdöl verheizt wurden, nun jährlich nur 9632 Kilowattstunden Strom – während seine Photovoltaik-Anlage 12.756 Kilowattstunden produziert. Wer es nicht glaubt, kann gern in Berlin nachfragen.
Neue Dämmstoffe und Drei-Scheiben-Fenster verringerten den Wärmeverlust um 80 Pro-zent. 100 Quadratmeter Photovoltaik-Paneele im Dach erzielen eine Nennleistung von 12,6 Kilowatt-Peak. Geheizt wird in Zukunft mit einer strombetriebenen Luft-Wasser-Wärmepumpe. Und weil die Pumpe wesentlich weniger Platz benötigt als der alte Öltank, gewann Tichelmann obendrein 20 Quadratmeter Wohnfläche hinzu – bei einem Flächen-Quadratmeterpreis von 3000 Euro in der Region auch ein finanziell wichtiger Aspekt.
Drei Wohnbaugesellschaften, denen Tichelmann das Projekt als Dienstleister anbot, winkten ab: zu hohes Risiko. Also kaufte er 2010 das 280.000 Euro teure Haus in Mühltal von seinem eigenen Geld. Er ließ die Elektrik erneuern, baute eine Fußbodenheizung ein und riss die Holzbalkendecke heraus, um die Sicht auf das Dach freizulegen, das wiederum mit insgesamt acht großen Panoramafenstern bestückt wurde. Das Tageslicht, das die nun fünf Meter hohen Räume durchflutet, spare Energiekosten, verbessere aber auch die Raumbehaglichkeit, betont Tichelmann. Denn sein Haus soll auch ästhetischen Ansprüchen gerecht werden. Darum verleihen nun dunkle Massivholzböden und graue Schieferspannplatten dem Gebäude eine elegante Schwarz-Weiß-Optik.
Mit dem Umbau eines alten Hauses wollte Tichelmann kein Leuchtturmprojekt schaffen, sondern eine Blaupause für weitere Sanierungen. Deshalb wählte er einen Haustyp, der zwischen 1969 und 1978 allein in der Rhein-Main-Region rund 12.000-mal gebaut worden war. Es gab ihn alleinstehend und als Reihenhaus, auf ebenem Grund und in Hanglage, aber immer mit der gleichen Anordnung von Küche und Wohnräumen, der gleichen Integration der Garage ins Haus und der gleichen Fenstergröße.
Eigentümer des Hauses ist Karsten Tichelmann, ein Fachmann für energetisches Bauen. Der studierte Ingenieur ist Architektur-Professor an der Technischen Universität Darmstadt, Vorstand im Förderverein der Bundesstiftung Baukultur, langjähriger Geschäftsführer der Versuchsanstalt für Holz- und Trockenbau sowie Mitinhaber eines Planungsbüros. In Asien arbeitete er im Anlagenbau, in den USA half er einem Kollegen, einen Wettbewerb zu gewinnen, indem er mit ihm ein Haus entwarf, das sich komplett mit eigenem Solarstrom versorgt.
All dies ist Teil eines Monitoring-Programms, in dem bundesweit rund 20 Häuser aufge-nommen wurden. Was sie alle eint, ist der Anspruch, mehr Energie zu erzeugen, als zu verbrauchen, kurz: ein Plusenergiehaus zu sein. Was das Darmstädter Haus von allen anderen unterscheidet, ist, dass es kein Neubau ist, sondern 1970 gebaut wurde.
Vor zwei Jahren trug das noch die Worte „Bau“ und „Stadtentwicklung“ im Titel. Und das erklärt, warum sich jedermann auf der Webseite des Ministeriums die energetischen Daten des Hauses anschauen kann: Heizverbrauch, Warmwasser, Energiekosten für Beleuchtung und Elektrogeräte, Stromerzeugung der Photovoltaik-Anlage.
Idyllisch sieht es aus, das Haus auf dem sanft geschwungenen Hügel des Darmstädter Vororts Mühltal. Doch alles, was in seinem Inneren passiert, wird aufmerksam im Berliner Regierungsviertel verfolgt, genauer gesagt im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. 

provedo GmbH

Nominiert in der Kategorie Smart Home 2015

provedo

Aufbauend auf umfangreiche Marktstudien hat „provedo“ die Probleme der großvolumigen Wohnungswirtschaft analysiert. Die Anforderungen an Smart Home Automationslösungen stellen sich relativ homogen dar und zwar unter anderem mit folgenden Kriterien:

• Effizienz hinsichtlich Verbrauchskosten (zum Beispiel Energie)
• Wirtschaftlichkeit und Massenmarkttauglichkeit
• Service und Bedienerfreundlichkeit für den Mieter
• Fähigkeit zur Koppelung der reinen Smart Home Lösung an ergänzende Module aus dem Bereich Ambient Assisted Living, das heißt an Module, die es insbesondere älteren Menschen erlauben, trotz zunehmender altersbedingter körperlicher und geistiger Beeinträchtigungen noch weitere Jahre in ihrem gewohnten sozialen und räumlichen Umfeld zu wohnen.

Aufbauend auf diesen Anforderungen hat „provedo“ eine Smart Home Lösung entwickelt, die genau dieses Anforderungsprofil der Wohnungswirtschaft erfüllt.

• Mit der Smart Home Lösung von „provedo“ wird die Gebäudeautomatisierung massenmarkttauglich: Durch erhöhte Effizienz, Stabilität, Wirtschaftlichkeit, reduzierte Anschaffungskosten, reduzierte Verbrauchskosten, sowie gute Installier- und Bedienbarkeit auf einer patentgeschützten Flachleitungslösung.
• Die „provedo“ Smart Home Lösung adressiert derzeit Heizung, Lüftung, Verschattung, Beleuchtung, Komfort, Sicherheit.

Hinsichtlich energetischer Effizienz ist die Einzelraumtemperaturregelung besonders erwähnenswert.  Die Funktion beinhaltet die automatische Temperaturabsenkung in den einzelnen Räumen. Die Raumtemperatur wird beim Verlassen der Wohnung automatisch abgesenkt. Es besteht die Möglichkeit zwischen kurzer und langer Abwesenheit zu unterscheiden. Entsprechend wird die Temperatur leicht oder stark abgesenkt.

Eine weitere Einsparung von Energie entsteht durch die Kommunikation des Microservers mit dem Vorregelkreis der Heizung im Keller. Dorthin werden die Sättigungswerte der Wohnung übermittelt. Die Energieersparnis entsteht weil der Volumenstrom und die Vorlauftemperatur der Wärmeerzeugung im Keller in Echtzeit an die Bedarfssituation angepasst werden.
Die Kommunikation zwischen Wohnung und Keller erfolgt dabei über ein zum Patent angemeldetes Verfahren zur Datenübertragung in (Bestands)-gegensprechanlagen.

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600.000 Euro kostete die Errichtung des Sunlight-Hauses, ohne  Grundstückskosten. Wieviel Geld die Familie Fasch bei der Übernahme vom einstigen Bauherrn Velux bezahlt hat, möchte sie nicht öffentlich machen. Nur soviel: „Die Energiebilanz haben wir beim Kaufpreis auf der Positivseite einkalkuliert“, so Karina Fasch. Zudem schätzt die Familie die vielen praktischen Eigenheiten. Zum Wäschetrocknen gibt es beispielsweise einen eigenen Wandschrank. Optisch gefiel das den Faschs von Anfang an, da die Leinen nicht offen im Zimmer hängen. Dass die Wäsche hier jemals trocken würde, konnten sie sich nicht vorstellen. Doch Architekt Troy hat das Schrankinnere mit der Belüftungsanlage verbunden, sodass die Feuchtigkeit in Windeseile abzieht. Ungünstige Lagen gibt es nun mal nicht. Es kommt nur darauf an, was man daraus macht.
Troy achtete aber auch auf eine ökologische Bauweise. Das Fundament des Hauses wurde aus Ökobeton gegossen, einem Abfallprodukt aus der Stahlproduktion. Die Fliesen im Badezimmer bestehen zu 80 Prozent aus recycelten Fliesen und die Außenfassade aus unbehandeltem Fichtenholz aus der Region. Das ist praktisch wartungsfrei, es vergraut nur mit der Zeit. Für jedes Produkt, bis hin zum letzten Kübel Farbe, gab es ein Herkunftszeugnis. So konnte Troy errechnen, dass der Bau 54 Tonnen CO2-Emissionen verursacht hat. Diese Summe wird in gut 30 Jahren ausgeglichen sein, da die Eheleute Fasch und ihre zwei Kinder, die das Haus seit September 2013 bewohnen, dort mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen.
Zwischen den Dachfenstern wurden Photovoltaik-Paneele und Sonnenkollektoren eingebaut: 43 Quadratmeter für die Stromerzeugung, acht Quadratmeter für die Warmwassererhitzung. „Dabei mussten wir gut planen“, sagt Troy, „die Paneele sind seriell geschaltet, wenn auch nur ein kleiner Teil im Schatten ist, wird kein Strom mehr erzeugt.“ Das mit der Planung hat er offenbar gut hingekriegt, denn die PV-Anlage mit 6,1 Kilowatt Maximalleistung erzeugt jährlich knapp 6500 Kilowattstunden Strom. Um eine Überhitzung der Räume zu verhindern, passen sich Rollläden und Kippöffnungen ständig automatisch an. Und eine Belüftungsanlage ermittelt über einen Sensor die Luftqualität und führt bei Temperaturen von mehr als 14 Grad über die Dachfenster Frischluft von außen zu. Erst bei niedrigeren Temperaturen kommt die Wärmepumpe zum Einsatz.
Sein Entwurf wirkt auf den ersten Blick schlicht, ist aber in den Details enorm ausgeklügelt. Das beginnt beim Lichtkonzept. Wegen der ungünstigen Hanglage war klar, dass die Fensteranordnung typischer Energiehäuser mit großen Fenstern an der Süd- und kleinen Luken an der Nordseite nicht umsetzbar war. Durch Experimente im Lichtlabor der Donau-Universität Krems, einer Glaskuppel von drei Meter Höhe und sechs Meter Durchmesser, fand Troy eine Lösung: ein Satteldach mit integrierten Fenstern und jeweils unterschiedlichen Schrägen auf der linken und rechten Seite. So wird mehr Licht eingefangen als von einem Dach mit einheitlicher Schräglage.
Der Bauherr war die dänische Fensterfirma Velux. Die hatte sich für eine europaweite Initiative zu Modellhäusern der Zukunft ebenjene Parzelle im österreichischen Pressbaum gesichert, einer Gemeinde südlich von Wien. Und tatsächlich gelang es Troy, die Nachteile der Lage komplett auszugleichen.
Ungünstiger geht es kaum. Schmales Grundstück, Nordosthang, dadurch fast immer im Schatten. Warum nur sollte ausgerechnet hier ein lichtdurchflutetes Gebäude mit Vorbildcharakter in puncto Energie- und Ökobilanz entstehen? „Das habe ich mich auch gefragt“, sagt Architekt Juri Troy. „Der Bauherr erklärte, er habe absichtlich ein schwieriges Grundstück ausgesucht. Er meinte, wenn man die Vorgaben hier schafft, dann überall.“ 

HHS Planer + Architekten AG

Nominiert in der Kategorie Smart Home 2015

HHS Planer + Architekten AG

In Frankfurt am Main entsteht bis Ende Juli diesen Jahres das Aktiv-Stadthaus der Wohnungsbaugesellschaft ABG FRANKFURT HOLDING. In der Speicherstraße 20-26 haben HHS Planer+Architekten aus Kassel die Herausforderung angenommen, in zentraler Lage das aktuell erste und größte innerstädtische Mehrfamilien-Wohnhaus im Effizienzhaus-Plus-Standard zu errichten.

In diesem, durch die Forschungsinitiative Zukunft Bau des Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) geförderten Forschungsprojekt, sollen die bisherigen Erkenntnisse im Maßstab von Einfamilienhäusern erstmals auf einen großmaßstäblichen Geschosswohnungsbau mit 74 Wohneinheiten übertragen und auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden.
Zielsetzung ist es durch eine optimierte Dämmung der Gebäudehülle und automatische Lüftungsanlage einen möglichst geringen Energiebedarf zu schaffen.

Im Gegenzug wird durch Wärmerückgewinnung in einem nahegelegenen Abwasserkanal die nötige Energie für Fußbodenheizung und Warmwasser erzeugt. Das Gebäude gewinnt 300.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr über rund 770 PV-Module (Wirkungsgrad 20 Prozent) auf einem 1500 Quadratmeter großen Pultdach und über 348 Module, welche auf rund 900 qm Fläche auf der Südseite fassadenintegriert angeordnet sind.

Der Strom aus „eigener Produktion“ wird in einem großen Akku im Keller des Hauses gespeichert. Dieser Puffer mit rund 250 Kilowattstunden Speicherkapazität dient dem Ausgleich von Angebot und Nachfrage an Elektrizität innerhalb des Gebäudes. Überschüsse fliesen darüber hinaus in Elektrofahrzeuge, die direkt im Hause über ein Carsharing Unternehmen gebucht werden können. Den Überblick bekommt der Mieter über einen Tablet PC, mit dem jede Wohnung ausgestattet ist.

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Dossier mit kaufmännischen und technischen Eckdaten

Der umtriebige Architekt hofft, dass sein Beispiel Nachahmer findet. Deutschlandweit, so schätzt er, gebe es keine Hundert alte Häuser, die auf Passivhaus-Standard gebracht worden sind. „Viel mehr Planungsbüros und Architekten sollten sich da herantrauen“, sagt Matzig. Sein erster Gedanke, wenn er ein altes Haus sieht, lautet jedenfalls: Sanierung.
Dafür wohnen die Matzigs nun in einem Musterbeispiel für Energieeffizienz. Obwohl das dreigeschossige Haus mit Keller insgesamt 440 Quadratmeter umfasst, betragen die jährlichen Stromkosten im Schnitt gerade mal 1600 Euro. und der durchschnittliche Jahresverbrauch für die Innenfläche 15,7 Cent pro Quadratmeter. Das umfasst Heizung, Warmwasser und den Betrieb sämtlicher Haus- und Arbeitsgeräte. Vor der Sanierung lagen die Energiekosten mit 320 Kilowattstunden mehr als 20-mal so hoch. Und Gas oder Heizöl braucht Matzig überhaupt nicht.
Der hochwertige Umbau kostete trotz teurer Fenster mit Isolierverglasung und Rahmen aus Holz-Alu beziehungsweise Holz-Karbon sowie einer ungewöhnlich geschwungenen Außentreppe aus Stahl und zwei hölzernen Anbauten nur 700.000 Euro. Ein Neubau mit derselben Wohnfläche wäre unter 950.000 Euro kaum machbar gewesen.
Dach und Treppenhaus erneuerte er komplett. Das Innere des Hauses ließ er in den Rohzustand versetzen, dann Stahlgerüste einziehen und ausbetonieren, dann überall großzügig Dämmstoffe anbringen – beim Fundament bis zu 1,25 Meter unterhalb des Straßenniveaus. Das war die Basis für die Luftdichtheit, durch die ein Haus weitgehend ohne Wärmezufuhr auskommt. Als Heizreserve reichte eine Fußbodenheizung, deren Rohre mit einem Meter Abstand deutlich weiter gezogen wurden als die üblichen 15 Zentimeter. An der Decke wurde Platz gelassen für eine Belüftungsanlage, ebenfalls zentraler Bestandteil für niedrige Energiekosten.
Matzig wusste beispielsweise, dass sein Haus nicht wie viele andere in den 70er- oder 80er-Jahren grundlegend renoviert wurde. Darum blieb ihm erspart, umweltschädigende Kleber zu entfernen, die in dieser Zeit gern eingesetzt wurden, die es aber in den 50er-Jahren noch nicht gab. Ebenso erkannte er, dass er den Außenputz nicht abschlagen lassen musste. Es reichte, 26 Zentimeter dicke Mineralwolle als Dämmstoff aufzubringen, die mit Zementfasertafeln oder unbehandeltem Lärchenholz abgedeckt wurde. Vorher verkleinerte Matzig die Fensterfläche an der Nordseite des Gebäudes um die Hälfte und verfünffachte sie an der Südseite, um mehr Sonnenlicht hineinzulassen. 
Nur Roland Matzig sah es anders: „Ein Haus abzureißen – das ist Energieverschwendung.“ Zumindest, wenn es anders geht. Und er weiß: Oft geht es anders. Schließlich leitet er ein Architekturbüro, das sich auf Passivhäuser spezialisiert hat – auf Häuser, deren Heizwärmebedarf nicht über 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter liegt. Ob ein altes Haus das Potenzial dafür birgt, könnte ein Experte auch ohne Deckenbohrungen und Wandschlitze im Vorfeld prognostizieren. 
Abriss. Das war das erste Wort, das die Matzigs hörten, wenn sie über das Haus sprachen, das sie 2008 für 250.000 Euro im Mannheimer Stadtteil Almenhof gekauft hatten. Sanierung? Bei einem Fundament aus den 30er-Jahren und Mauern aus den 50ern? Was für eine Energieverschwendung. Schließlich hatten Häuslebauer in jenen Jahrzehnten andere Sorgen, als sich um eine gute Isolierung zu kümmern. Man war sich einig: Abriss und Neubau wären die Lösung. Das sei billiger, schneller und besser zu kalkulieren.

Volkswagen AG

Nominiert in der Kategorie Industrie 2015

Volkswagen AG

Ein guter Gedanke ist das eine. Ihn umzusetzen das andere. Beides zusammen heißt für Volkswagen „Think Blue.“: Die Idee, für eine nachhaltige Zukunft zu sorgen. „Think Blue. Factory.“ ist das daraus resultierende, ganzheitliche Unternehmensprogramm zur ökologischen Ausrichtung der Marke Volkswagen: Vom Presswerk über den Karosseriebau, die Lackiererei und die Gebäude/Infrastruktur bis hin zur Montage. Diese Ausrichtung liegt auch dem Top Management am Herzen. So ist es das ausgewiesene Ziel von Prof. Dr. Winterkorn bis 2018 an der Spitze der Automobilindustrie zu stehen – und das sowohl ökonomisch als auch ökologisch.

Mit dem Programm „Think Blue. Factory“ wird ein ganzheitlicher, unternehmerischer Ansatz verfolgt, der Ökologie und Ökonomie in Einklang bringt. Im Fokus stehen die Umweltgrößen Energie, CO2, Wasser, Abfall zur Beseitigung und Lösemittelemissionen. Diese sollen bis 2018 weltweit um je 25% pro Fahrzeug und Komponententeil gesenkt werden, verglichen zum Referenzjahr 2010. Mit diesem strukturierten Programm übernimmt die Marke Volkswagen bereits in der Produktion seiner Fahrzeuge ökologische Verantwortung und richtet die Werke aktiv ökologisch aus. Das Programm bezieht die Ideen des Managements und der Belegschaft der 27 teilnehmenden Standorten mit ein und verteilt diese weltweit, denn: Kopieren ist ausdrücklich erwünscht.

Die Werke arbeiten eng zusammen, tauschen sich regelmäßig aus und generieren so einen Wissenstransfer, von dem alle profitieren können. Bestehende Werke werden anhand von individuellen Entwicklungspfaden ökologisch ausgerichtet und optimiert. Die Einhaltung der jeweiligen Entwicklungspfade und den darin enthaltenen Maßnahmen wird durch die Integration in die Leistungsvereinbarung des Top-Managements (Werkleiter) gewährleistet. Neue Werke wie bspw. das Werk im amerikanischen Chattanooga werden nach den neuesten ökologischen Standards konzipiert und aufgebaut. Und sogar für diese neuen Werke gilt eine Reduzierung der betreffenden Kennzahlen bis 2018. Für seine auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Konstruktionsmerkmale hat das Werk in Chattanooga als erstes produzierendes Werk in Nordamerika die Platin-Zertifizierung des U.S. Green Building Council Leadership in Energy and Environmental Design (LEED) erhalten. Damit wird dem Werk die Führerschaft in energie- und umweltgerechter Planung bestätigt.

Durch das Programm „Think Blue. Factory.“ konnten alle beteiligten Werke zusammen (Fahrzeugproduktion, Komponentenfertigung, leichte Nutzfahrzeuge und die Standorte in Südamerika) bis heute bereits knapp 89 Mio. € einsparen.

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Sein neuestes Projekt ist eine 24.000 Euro teure gasbetriebene Kühlanlage, die nicht nur weniger Strom verbraucht als die alte Klimaanlage, sondern zudem noch mit ihrer Abwärme heißes Wasser für das ganze Haus produziert. In spätestens viereinhalb Jahren hat sich die Sache ausgezahlt, meint Lange. Und dann? Dann will sich Lange unabhängig vom Gas machen. Egal wie lange es dauert.
Und überhaupt: Wer sagt denn, dass die Standardrechnungen richtig sind? Die tatsächlichen Ersparnisse von Lange, der übrigens auch ein Zertifikat als Europäischer Energiemanager erworben hat, waren oft besser als die, die man ihm zuvor prognostiziert hatte.
Das Thema Energie treibt den Konditor schon lange um. Als er 1989 erstmals einen Gastronomiebetrieb führte, schaffte Lange die damals noch wenig verbreiteten Induktionsherde an, um Energie zu sparen. Nachdem er in die Rahlstedter Konditorei eingeheiratet hatte, spürte er jedem elektrischen Gerät im Haus nach, immer auf der Suche nach Sparmöglichkeiten. In seinem Arbeitsraum gibt es keine Lampen, sondern einen 1300 Euro teuren Prismenspiegel, der Tageslicht in den verdunkelten Raum projiziert. Ob sich das rechnet? Ja, nach zehn Jahren – sagen Standardberechnungen der Hersteller. Egal wann, sagt Lange. „Ich sehe meine Investitionen als Mischkalkulation.“ Zudem werde die energetische Ausstattung eines Hauses schon bald dessen Wert wesentlich mitbestimmen. Ein Vorteil, wenn er sein Geschäft an einen Nachfolger übergibt.
Er möchte ein Vorbild sein: ein Beispiel dafür, dass sich Investitionen in Stromsparen und -erzeugung auch für Kleinbetriebe lohnen. Dafür, dass man auch mit bescheidenen Mitteln eine positive Energiebilanz erzielen kann. Als Klaus Lange am 30. April 2013 seine Sonnenstromanlage in Betrieb nahm, konnte er in seiner nebenan gelegenen Privatwohnung sogar den Anschluss ans öffentliche Netz kündigen. Der notwendige Strom für Zuhause kommt seitdem ausschließlich aus seinem Betrieb. 
Hinter all dem Aufwand stand ein Ziel: Lange wollte, dass sein Café mehr Strom erzeugt als verbraucht. Das Windrad war der letzte Schritt dorthin. Zuvor hatte er bereits auf dem Dach eine 170 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage installieren lassen, die rund 26.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr produziert. Zusammen mit der Ausbeute von Langes Blockheizkraftwerk (circa 30.000 Kilowattstunden), das er bereits 2006 installierte, ist der Betriebsbedarf gedeckt. Die 2000 Kilowattstunden, die das kleine Windrad beiträgt, zahlen bereits auf das Stromüberschusskonto ein. Lange ging es bei der Installation des kleinen Rads weniger um die (vergleichweise geringe) Strommenge, sondern vielmehr um die Symbolik. „Auch wegen der Sichtbarkeit“, sagt der Konditor, „Die Photovoltaikanlage nimmt man kaum wahr.“
Wenn Klaus Lange sich etwas in den Kopf setzt, kann er sehr hartnäckig sein. Etwa bei der Sache mit dem Windrad. Das steht seit November 2012 auf dem Dach seiner Konditorei mit angeschlossenem Café im Hamburger Stadtteil Rahlstedt – als erste privat betriebene Kleinwindkraftanlage der Hansestadt. Ein Jahr lang kämpfte er mit den Behörden, bis er alle notwendigen Genehmigungen hatte. Einmal marschierte er sogar geradewegs ins zuständige Bezirksparlament. „Ein Bürger ist erschienen“ – so kündigte der Parlamentspräsident sein Kommen an, erzählt Lange lachend.